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EIC öffnet Förderung für Verteidigungs-Technologien ab Juni 2026
Der European Innovation Council öffnete am 17. Juni 2026 seine Investitionen für Verteidigungs- und Dual-Use-Technologien, wie die EU-Institution auf ihrer Website mitteilt.
Von Elisa Nordmann, Redaktion Startuppuls: Ökosystem, Kapital, Politik, Köpfe

Der European Innovation Council öffnete am 17. Juni 2026 seine Investitionen für Verteidigungs- und Dual-Use-Technologien, wie die EU-Institution auf ihrer Website mitteilt. Die Erweiterung bietet Deep-Tech-Gründern neue Finanzierungswege, wirft aber auch die Frage auf, ob zivile Innovationen künftig weniger Mittel erhalten.
Öffnung und Defence Call
Laut EIC startete am 1. Juli 2026 der EIC STEP Scale Up Defence Call, für den sich Unternehmen bis zum 28. Oktober 2026 bewerben können. Ein Gesamtbudget für diesen Call nennt die Mitteilung nicht. Die Öffnung für Verteidigungstechnologien erfolgte knapp zwei Wochen vor dem Start des Calls.
In der neuesten Runde des EIC Accelerator wählte der EIC nach eigenen Angaben am 15. Juni 2026 insgesamt 38 Start-ups und KMU aus 16 EU- und assoziierten Ländern aus. Die höchsten Zahlen kommen laut EIC aus Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Schweden und der Schweiz. Fördersummen für die einzelnen Unternehmen nennt die Quelle nicht.
Zwei Lesarten der Öffnung
Die erste Lesart sieht in der Öffnung eine Chance für neue Finanzierungswege. Dual-Use-Technologien können sowohl zivile als auch militärische Anwendungen haben. Gründer mit Technologien in Bereichen wie Cybersicherheit, Sensorik oder Materialwissenschaft erhalten Zugang zu zusätzlichen Mitteln. Welche konkreten Technologiebereiche als Dual-Use gelten und förderfähig sind, definiert die Mitteilung nicht.
Die zweite Lesart befürchtet eine Verdrängung ziviler Innovationen. Der EIC Board äußerte sich am 15. September 2026 laut eigener Mitteilung vorsichtig positiv zur Annahme des Partial General Approach des Rates und forderte zugleich ein erheblich erhöhtes EIC-Budget für Horizon Europe 2028 bis 2034. Die Forderung deutet auf Knappheit hin. Wie hoch das aktuelle Budget im Vergleich zur geforderten Erhöhung ist, gibt die Quelle nicht an.
Weitere Programme
Parallel zur Öffnung für Verteidigungstechnologien startete der EIC nach eigenen Angaben am 12. Juni 2026 die dritte Edition von Women TechEU für den Zeitraum 2026 bis 2028. Das Programm bietet laut EIC weitere 12 Millionen Euro in zinslosen Zuschüssen für Gründerinnen im Deep-Tech-Bereich.
Am 10. September 2026 wählte der EIC nach eigener Darstellung 20 Projekte aus, die nach wettbewerblicher und schneller Bewertung die erste Phase des EIC Advanced Innovation Challenges Piloten betreten. Am 2. September 2026 starteten der EIC und das European Institute of Innovation and Technology die 2027er Ausgabe des European Prize for Women Innovators.
Was das für Gründer heißt
Wer Technologien entwickelt, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen haben, kann sich bis zum 28. Oktober 2026 für den EIC STEP Scale Up Defence Call bewerben. Relevant sind nach der Mitteilung Verteidigungs- und Dual-Use-Technologien, eine engere Definition fehlt. Gründerinnen im Deep-Tech-Bereich können sich für Women TechEU bewerben und erhalten Zugang zu zinslosen Zuschüssen aus einem Topf von 12 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2028.
Offen bleibt, wie viel Budget für den Defence Call insgesamt zur Verfügung steht und ob die Öffnung für Verteidigungstechnologien zu Lasten rein ziviler Projekte geht. Die Forderung des EIC Board nach einem erhöhten Budget für die nächste Förderperiode legt nahe, dass die Mittel knapp sind.